Seit Wochen treibt sich ein Wal in der Ostsee herum, der bereits mehrmals im besonders flachen Wasser gestrandet ist. Eindeutig ist er krank, auch sein Navigationssystem scheint gestört zu sein. Schon mehrmals haben die Menschen versucht, ihn wieder ins tiefere Wasser zu befördern, aber immer wieder strandet er im flachen Wasser, anstatt den Weg zurück in die Nordsee zu finden.
Es schwappt eine regelrechte Welle der Empathie durch die sozialen Netzwerke, die manchmal allerdings sehr skurril ist und irritierende Vergleiche bringt, die, wenn man sie wörtlich nimmt und entsprechend antwortet, wiederum bei einigen Menschen zu irritierenden Antworten führen. Aus dem Text und an anderen Beiträgen in dem Netz erkennt man eindeutig, dass es AfD-Hooligans sind, die den moralischen Kompass total verloren haben.
Ich bringe hier ein Beispiel, das mir passierte, als Timmy das zweite Mal gestrandet war, und man bereits mit schwerem Gerät versucht hatte, ihn wieder ins tiefere Wasser zu befördern.
Teilnehmer der Runde:
Person A. Eindeutig vom Namen her im Netz, weiblich.
Person B: Eindeutig von Namen her im Netz, weiblich.
Meine Wenigkeit.
Es ist nicht wortwörtlich hier verewigt, da ich nicht mehr in der Lage bin, dieses schriftliche Gespräch lesen zu können. Näheres darüber später.
Person A:
„Ach, das arme Tier. Man versucht es ja zu retten, allerdings eben nur mit behelfsmäßigen Mitteln, da kein ausreichendes Geld für so eine Rettungsaktion vorhanden ist. (Man hatte zu dem Zeitpunkt schon versucht, mit einer Art Schwimmbagger eine Fahrrinne zu einer tieferen Stelle zu graben.) Für die Ukraine und für Migranten werden Milliarden ausgegeben. Aber für die Rettung eines so armen Tieres scheint nicht ausreichend Geld vorhanden zu sein.“
Ich:
„Es ist schon verrückt, sich zu beschweren, dass man angeblich einen Wal nicht mit ausreichenden Mitteln versucht zu retten, aber die Hilfe für Menschen, deren Land angegriffen wurde, und für Menschen, die geflohen sind, da ihr Land (bei Syrien eindeutig auch mit Putins Hilfe) zerstört wurde, für unangemessen zu sehen. Bei notleidenden Tieren in Tränen ausbrechen, bei notleidenden Menschen gleichgültig die Schultern zucken.“
A. antwortete darauf nicht, aber B., die bis jetzt nicht dort aufgetreten war, meinte, mich ansprechen zu müssen.
Person B:
„Menschen sind für die Scheiße, die ihnen passiert, selbst schuld.“ Tiere müssen in der Umwelt zurechtkommen, die wir Menschen durch unsere Gleichgültigkeit zerstört haben. Daher hat man den Tieren zu helfen, die Menschen dagegen haben selbst Schuld.“
Ich:
„Das klingt so, als ob Sie meinen, dass, sollte ich bei uns durch den Stadtpark gehen und sehen, wie eine kleine Katze in eine kleine Konservendose getreten ist, und ihr Bein nicht mehr dort herausbekommt, weil der Deckel der Dose nach innen gedrückt ist, und daher in das Bein schneidet, wenn die Katze versucht, das Bein aus der Dose zu ziehen, und gleichzeitig ich mitbekomme, dass ein paar Männer Sie ins Gebüsch zerren, ich der Katze helfen sollte, statt Ihnen?“
Person B:
„Was ist das denn für eine bescheuerte Ansicht?“
Ich:
„Ich folge nur Ihrer Logik und Argumentation: Tieren helfen zu müssen, da sie durch unsere Gleichgültigkeit (hier eine leere, kleine, weggeworfene Konservendose) leiden, während Menschen für die Scheiße, die ihnen passiert, selbst verantwortlich sind, und somit selbst damit klarkommen müssen.
Und da ihnen scheinbar die Not von Menschen egal ist, sie aber voller Empathie gegen Tiere in Not sind: Wie ist es eigentlich bei Ihnen, wenn Sie im Supermarkt einkaufen? Brechen Sie dann auch jedes Mal in Tränen aus, wenn Sie aus der Kühltruhe ein eingeschweißtes Stück Fleisch herausholen, das mit großer Wahrscheinlichkeit von einem Tier stammt, das sein Leben lang in Massentierhaltung gehalten wurde und sein Leben lang leiden musste? Auch Sie dürften die Bilder kennen, wie oft Tiere, egal ob Rinder, Schweine, Hühner, Puten usw. gehalten werden.“
Person B:
„Was fällt ihnen überhaupt ein, sich in meine Timeline zu mischen und mich vollzuquatschen?“
Ich:
„Darf ich Sie, selbstverständlich in aller Höflichkeit, daran erinnern, dass Sie mich angequatscht haben, nicht ich Sie? Ich habe A., dessen Timeline das ist, geantwortet, Sie haben dann mich vollgequatscht.“
Person B:
„Ach, heul doch.“
Ich:
„Wow. Sie labern mich voll, beschweren sich dann, als hätte ich sie angesprochen. Sie bringen eine Logik und Argumentation, und wenn ich diese in reale Szenarien stecke, halten Sie das auf einmal für absoluten Quatsch. Und dann kommt noch der Spruch: Heul doch. Merken Sie selbst nicht einmal, wie bescheuert Ihre Ansicht ist, selbst wenn ich das mit einem konkreten Beispiel verdeutliche? Merken Sie selbst nicht einmal, dass Ihr Verhalten hier eher einem Primaten ähnelt, der geistig noch im Pleistozän steckt?“
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Tja, darauf hat sie scheinbar ihren ersten Beitrag gelöscht, und somit, wie es aussieht, das ganze folgende Gespräch, das an ihrem ersten Beitrag angehängt gewesen war. Auch eine von diesen Personen, die einfach nur pöbeln können, und sich dabei wohl auch noch toll finden.
Es ist wirklich irre. Immer mehr Menschen scheinen nur noch in der Lage zu sein, auf primitive Art und Weise sich in den sozialen Netzen zu äußern. Und sie seinen sogar stolz darauf zu sein. Ansonsten würden Sie sich ja wohl nicht so verhalten.
Fremde Menschen, Migranten, die Ukrainer, ja, Menschen überhaupt, haben gefälligst für sich selbst zu sorgen. Es sind Menschen, und Menschen sind für ihre Scheiße, in der sie stecken, selbst schuld. Aber wenn sie (die Person B) in Not gerät, soll ich ihr wohl helfen. Davon gehe ich mal fest aus. Dabei ist sie für mich auch nur ein fremder Mensch.
Bei dem Wal Timmy heult sie sich die Augen aus. Aber sollte man die Tierhaltung in Deutschland per Gesetz verbessern wollen, um das Leiden in der Massentierhaltung zu verringern, würde Person B wohl auf die Barrikaden gehen.


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