Die AfD schürt Angst. Es geht ihr nur um Emotionen, nicht um Sachlichkeit. Auch in Baden-Württemberg.
Ungefähr 30 % der Beschäftigten und der Produktion der deutschen Autoindustrie liegen in Baden-Württemberg. Die Autoindustrie in Deutschland hat Probleme, die internationale Konkurrenz, besonders aus China, wird immer größer.
Der Exportanteil der deutschen Autoindustrie liegt bei 78 %. Das heißt, von fünf produzierten Autos gehen vier in den Export.
Fragen wir die Google-KI, wie der Anteil von E-Autos im Bestand und in der Zulassung auf in wichtigen nationalen Automärkten.
Der Trend geht eindeutig zu E-Autos.
Der größte Automarkt ist China. China hat einen hohen E-Autoanteil bei Neuzulassungen. Deutschland verliert an Marktanteilen.
China produziert rund 70 % der weltweiten E-Autos. 10–15 % der in China produzierten E-Autos werden exportiert. 85–90 % bleiben somit im Land. Deutschland verliert China als Automarkt. Fast jeder zweite Wagen in China, der zugelassen wird, ist ein E-Auto.
Das belastet zwar an erster Linie nicht unsere Exporte, aber die deutschen Firmen in China verlieren massiv an Marktanteilen, da die Chinesen immer öfters chinesische Marken kaufen, was die deutschen Konzerne trifft. Treffen tun uns auch die Exportsteigerungen, die China bei PKWs hat. Wir verlieren Marktanteile in anderen Ländern.
Die gesamte EU produziert gerade einmal rund 14 % der weltweiten E-Autos. Insgesamt. Das ist gerade einmal doppelt so viel, wie China alleine an E-Autos exportiert.
Und die AfD schürt die Angst vor einem Verbrenner-aus, das in 9 Jahren greifen soll. Die AfD redet den Angestellten in der Autoindustrie ein, dass Deutschland weiter auf den Verbrenner setzen soll.
Wir haben Probleme, aber statt zukunftsorientierte Lösungen zu bringen, zeigt die AfD zurück, in die gute alte Zeit, in der alles (angeblich) besser gewesen war. Deutschland, war, hinter den USA, das große Land der Autoproduktion, und so soll es bleiben, mit alten Mitteln (Verbrennungsmotoren). Unsere Autoindustrie hat einen Trend verschlafen. Dadurch sind wir ins Hintertreffen geraten, und nun brüllt die AfD: Vergesst den Trend, bleibt bei dem Altbewährten. Dabei ging es uns doch gut.
Wir waren eine Autoproduktionsweltmacht (in einer Zeit, als China noch ein Land der Bauern war). Aber diese Zeit ist vorbei – und wird nicht mehr wiederkommen. Wir können uns nicht an alte Ideen festhalten, wie es die AfD versucht.
Die AfD ist somit sicher nicht die Lösung. Wollen wir mehr exportieren, müssen wir andere Mittel finden. Die Quote vom Export zum eigenen BIP liegt z.B. bei Luxemburg bei über 200 %.
Das geht nicht, oder es klingt wie eine Trump-Rechnung? Nein, es ist wahr. Die AfD schürt Angst vor der Endindustrialisierung in Deutschland. Aber Luxemburg exportiert mehr Werte, als es selbst herstellt.
Japan und China haben einen größeren Anteil des verarbeitenden Gewerbes beim BIP als Deutschland, die anderen liegen alle hinter uns. Frankreich und die USA liegen bei fast der Hälfte.
Wir müssen umdenken, nicht an alten Zöpfen (früher war alles besser) festhalten, wie es die AfD immer wieder propagiert. Das deutsche System der exportorientierten Industrie war erfolgreich, aber nun müssen wir umdenken.
Die AfD ist nicht nur in der Gesellschaftsfrage zu sehr auf die Vergangenheit fokussiert, sondern auch bei ihren Wirtschaftsvorstellungen.
Die AfD nutzt die Angst der Menschen vor Veränderungen aus, und weist auf die gute alte Zeit zurück. Wie gut ging es uns mit Verbrentnerautos. Vor 150 Jahren hätte sie beim gleichen Thema wohl propagiert: „Wie gut ging es uns mit Pferdedroschken.
Während die Regierngsparteien zwar nicht auch nach hinten schauen, aber ihr der Mut fehlt, wirklich Reformen anzustoßen. Vieles wird zerredet, bis ein viel zu kleiner gemeinsamer Nenner herauskommt. Dabei zeigt eine Studie, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich durchaus bewusst ist, dass Reformen, auch im Sozialstaat, notwendig sind.
Mit ihrer Mutlosigkeit verspielt die Regierung Vertrauen, wodruch das unsachliche Emotionsgedudel der AfD sich verfängt. Leider.


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