Russland muss den Krieg in der Ukraine verlieren, und das relativ schnell.

 

Es geht Putin (und mit ihm auch Russland), wie man schon mehrmals aus Moskau gehört hat, bei dem begonnen Krieg nur bei dem ersten Schritt um die Ukraine. Langfristig denkt man in Moskau durchaus weiter, wie an Moldawien und Georgien, und noch langfristiger will man scheinbar sogar noch mehr. Man will Westeuropa nicht nur völlig destabilisieren, sondern hat auch ein Auge mindestens auf Polen und die baltischen Staaten geworfen.

 

Putin setzt dabei das Getreide aus der Ukraine als Waffe gegen die gesamte Welt und besonders gegen Europa ein.

 

Er will die Staaten, die die Ukraine unterstützten, damit unter Druck setzen, indem seine Manipulateure ständig erzählen, die Ukraine wäre schuld daran, dass das Getreide nicht aus der Ukraine exportiert werden kann, und indirekt damit auch den Staaten, die die Ukraine unterstützen, dafür eine Mitschuld geben. Denn würden diese Staaten die Ukraine nicht unterstützen, hätte die Ukraine schon längst den Krieg verloren und das Getreide hätte verschifft werden können.

 

Putins Narrativ dabei ist, „die Ukraine gehört zu Russland, wir haben ein Recht darauf, es wieder in den Schoß von Mütterchen Russland zu holen, auch wenn die ungehorsamen Ukrainer das nicht wollen. Da wir ein Recht darauf haben, werden wir die Einverleibung der Ukraine auf jeden Fall vollziehen, und wenn die westlichen Demokratien uns dabei behindern, dauert die Einverleibung eben unnötigerweise länger. Womit klar ist, wer an dem langen Debakel Schuld hat“.

 

Putin droht damit auch stillschweigend Europa an, dass, sollte in Afrika eine Hungersnot ausbrechen, Millionen von Menschen versuchen werden, vor dieser zu flüchten – selbstverständlich nach Europa.

 

Putins Kalkül dabei ist, die europäische Einigung gegen Russland, die schon jetzt Risse zeigt, würde dann auseinanderbrechen.

 

Putin geht, um die Ukraine Russland einverleiben zu können, absolut skrupellos vor, und das nicht nur durch die Zerstörung der umkämpften Städte in der Ukraine und schwerste Kriegsverbrechen gegen die dortige Bevölkerung, sondern er nimmt sogar Hungersnöte in den armen Ländern der Welt in Kauf und eine völlige Destabilisierung von Europa.

 

Und sollte Europa durch Millionen von Flüchtlingen destabilisiert werden, wäre für Russland vielleicht noch mehr drin, als die Ukraine, Moldawien und Georgien. Wie gesagt, dass das Auge Russlands auf die baltischen Staaten und Polen gerichtet ist, wird selbst in Russland von Politikern und in den Medien laut ausgesprochen.

 

In einem destabilisierten Europa, in dem es vielleicht in einigen Ländern, wegen der Flüchtlinge und einer Wirtschaftsrezession, zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen kommen könnte, oder zumindest zu Unruhen, könnte man, wo es russischstämmige Minderheiten gibt, diese gegen die dortige Regierung aufstacheln (z.B. in den baltischen Staaten), und wenn Europa sowieso destabilisiert ist, könnte man sich dann auch aufmachen, dort eine militärische Spezialoperation durchzuführen, ohne eine geschlossene Gegenwehr der NATO befürchten zu müssen, besonders, wenn man diese Operation mit China abstimmt, das dann zur gleichen Zeit Taiwan angreifen könnte, womit die USA zu großen Teilen im ostasiatischen Raum gebunden sein würden.

 

Immerhin richtet sich die neue „gerechte und demokratische Weltordnung“, ausgesprochen von Putin und Xi Jinping direkt vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking, im Februar 2022, gegen die liberalen Demokratien des sogenannten Westens, auch wenn einige im Osten liegende Staaten, wie z.B. Japan und Australien, auch dazugehören.

 

 

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Kogge (Mittwoch, 29 Juni 2022 21:57)

    Wer hindert Ihresgleichen daran, den eigenen Hintern in die Ukraine zu bewegen? Nicht nur reden. Mir gehen Russen und Ukrainer seit Wochen auf den Zeiger, ich muss mich da nicht positionieren.

  • #2

    Berthold Kogge (Donnerstag, 30 Juni 2022 09:58)

    Wenn Sie sich nicht positionieren wollen, dann tun Sie es doch einfach nicht. Und wir leben in einem freien Land, Sie müssen die Berichte über die Ukraine nicht lesen oder sich anschauen. Und nur weil ich mich positioniere, dann gleich die Forderung stellen, ich solle dort kämpfen, zeigt doch nur, wie dummbatzig Sie agieren.

    Die Sache ist ganz einfach. Sie können meinen Beitrag lesen - aber, wenn es Sie nervt, sei Ihnen hiermit noch einmal gesagt, Sie müssen ihn nicht lesen.

    Wenn Sie etwas zu dem Text selbst sagen wollen, ihm auch gerne sachlich widersprechen, dann tun Sie das, ansonsten sollten Sie sich mit Dingen beschäftigen, bei denen Sie sich, wie Sie es nannten, positionieren wollen.

  • #3

    Kogge (Donnerstag, 30 Juni 2022 14:20)

    Sie können nicht kämpfen