Du weißt doch, Frauen taugen nichts

Das einzige Gespräch danach

Nach einer Nacht, in der ich mal wieder nicht richtig geschlafen hatte, schickte ich Carola eine SMS. Ich erinnerte sie noch einmal daran, dass ich nach ihrer ersten Flucht, als sie mich anrief, auch bereit gewesen war, sie anzuhören. Sie sollte wenigstens so viel „Selbstrespekt“, das sollte ein Stich gegen ihre eigene Ausdrucksweise sein, zeigen, und auch mir etwas zubilligen, was ich damals ihr selbstverständlich zugebilligt hatte.

Ich bekam eine SMS zurück: „8:30“.

Wow, kürzer ging es wirklich nicht. Aber immerhin hatte sie mir die Zusage gegeben, dass sie um 8:30 Uhr bereit war, mit mir zu reden. Ich hatte noch etwas Zeit und überlegte mir, wie ich das Gespräch anfangen und durchführen sollte.

 

An die Einzelheiten dieses Telefongespräches kann ich mich, zumindest wortwörtlich, beim besten Willen heute nicht mehr erinnern, dafür war das ganze Gespräch zu konfus gewesen. Im Grunde war es ein Desaster. Statt einer Aussprache waren es wieder nur Ausflüchte. Neben den alten Widersprüchen kamen neue dazu.

 

Ich wollte nett sein, fragte sie, als ich sie am Telefon hatte, wie es ihr denn gehen würde, was das Knie macht, wie die Praxis anlief. Carola antwortete relativ einsilbig. „Gut, tut nicht mehr weh, fängt an zu laufen.“

Ich wollte weiter erst einmal unverfänglich bleiben.

Und wie war das Wochenende mit Peter, Dieter und den anderen?“

Toll. Ich habe lange nicht mehr so sehr gelacht, wie an dem Wochenende.“

Das saß. Der Schlag ins Gesicht war ein Volltreffer.

Während ich, durch sie, so viel verloren hatte, sie mich dabei auch noch beleidigt und gedemütigt hat, mich bei meiner Schwester verleumdet, mich in den Dreck gezogen, mich danach, als ich für Alles Rechenschaft verlangte, einfach ignorierte, sie ihren angeblich besten und zuverlässigsten Freund, den sie je gehabt hat, beleidigte, spielte sie bei anderen die Glückliche, und erzählt mir noch voller stolz, dass sie sich dabei wahnsinnig amüsiert hat. Endlich einmal seit Langem, das erste Mal seit langer Zeit, dass sie wieder richtig viel Spaß gehabt hatte. So als ob auf einmal unsere Beziehung, die sie doch angeblich mit dem Besten, was in ihrem Leben passiert war, gehabt hatte, ein Drama und Trauerspiel gewesen war. Und ich war mir sicher, einen verächtlichen, abweisenden Ton bei Carola herausgehört zu haben. Ihre steinerne Maske war regelrecht durch das Telefon zu spüren.

Ich konnte nicht mehr den Gleichgültigen spielen. Ich wurde sauer: „Wann bekomme ich denn mein restliches Geld?“

Eine blöde Frage, weil das Geld mich am wenigsten interessierte. Aber Carola hatte mich, mit ihrer überheblichen, abweisenden Art, aus dem Gleichgewicht gebracht. Ich brauchte etwas Zeit, musste mich erst einmal wieder sammeln.

Das habe ich schon vor zwei Wochen per Post geschickt.“

Ist bei mir aber nicht angekommen.“

Ich habe es aber weggeschickt, glaubst du mir etwa nicht?“

Langsam wurde es haarig. Wir waren noch nicht bei dem Thema, weswegen ich mit ihr sprechen wollte, und sie wurde schon pampig.

Es ist aber bei mir nicht eingetroffen, glaubst du mir etwa nicht?“ Wobei ich das „du“ besonders betonte.

Ich bekam darauf keine Antwort.

Ich hatte mich aber inzwischen wieder einigermaßen gesammelt und wechselte das Thema. Auf die fünfzig Euro wollte ich mich am Anfang des Gespräches nicht festbeißen. Es gab Wichtigeres.

Ich kam auf das zu sprechen, was Michael mir gesagt hatte, dass er, Peter und Thomas bereits während ihrer ersten Flucht die Einzigen waren, für die sie nach Lübeck kommen würde. Peter war der Einzige, den sie heiraten würde. Wenn nur die, wieso dann das alles mit mir? Und wieso war sie nach dieser Erkenntnis trotzdem zu mir noch einmal zurückgekommen?

Das hat Michael falsch verstanden. Das musst du doch wohl wissen, dass Peter für mich nie etwas Besonderes war. Wie blöd bist du eigentlich, dass du so etwas glaubst?“

Treffer. Das war die nächste Schelle. Pampiger ging es kaum noch.

Ich konnte durch das Telefon regelrecht die versteinerte Maske ihres Gesichtes sehen. Der verachtende Ton ihrer Stimme sprach Bände. Und woher sollte ich wissen, dass Peter nie für sie etwas Besonderes gewesen war, bzw. selbst wenn er nichts Besonderes gewesen war, sie dieses nicht gegenüber Michael trotzdem behauptet hat. Carola hatte nicht nur mir gegenüber ausgiebig gezeigt, dass sie durchaus eine sehr vielseitige Sicht von Wahrheiten hat. Und zwar so vielseitig, dass sich ihre Wahrheiten oft regelrecht in Widersprüche aufbröselten und unvereinbar waren. Wer sollte da noch erkennen, was wahr ist, und was nicht? Und wenn ich mir so die Reaktionen von Petra, Michael und Horst in den letzten Tagen und Wochen in Erinnerung rief, war ich nicht der Einzige, der mit den verschiedenen Wahrheiten von Carola so seine Probleme hatte.

Und das Andere, was Michael gesagt hat?“

Was anderes?“

Na ja, dass es nur drei Leute gibt, für die es sich lohnt nach Lübeck zu fahren.“

Was soll damit sein? Ich wusste schon nach den ersten fünf Tagen, dass es mit unserer Beziehung falsch ist. Ich liebe seit vielen Jahren einen anderen.“

 

Zur Erinnerung. Es war am Abend des fünften Tages unserer Beziehung gewesen, als Carola zu einer Bekannten, die wir beide auf dem Weg zur Hinterhofparty von Carmen und Hans getroffen hatten, mit strahlendem Gesicht gesagt hat, dass es etwas Ernstes mit uns ist.

 

Wieder ein Treffer. Das war keine Aussprache, sondern ein Boxkampf. Allerdings ein Boxkampf ohne Regen.

Und warum hast du dich dann mit mir eingelassen?“

Das war falsch. Mein Herz war nie frei.“

Und warum sollte ich nicht nach Schweden auswandern, wenn du schon nach fünf Tagen wusstest, dass es mit uns falsch war?“

Das spielt doch jetzt gar keine Rolle mehr. Ich habe dich nie geliebt. Akzeptiere das.“

Wow. – Dass ich wegen ihr, Schweden verloren hatte, spielte für Carola keine Rolle. Die Kälte, die Carola ausstrahlte, spürte man durchs Telefon regelrecht physisch am Ohr.

Ach, und warum bist du dann nach der ersten Trennung, nur wegen mir, nach Lübeck gefahren, und hast mich unbedingt zurückhaben wollen?“

Das war ein Fehler gewesen.“

Aber warum bist du dann zurückgekommen, wenn dir damals schon klar gewesen war, dass es mit unserer Beziehung falsch ist, und dir daher klar sein musste, dass es ein Fehler war zurückzukommen? Wieso bist du aus Hannover überhaupt losgefahren?“

Ich sagte doch schon, das war ein Fehler gewesen.“

Ja das habe ich kapiert. Aber wenn du damals schon wusstest, dass es ein Fehler war, warum bist du aus deiner Wohnung gegangen, die Haustreppe runter zur Straße, hast dich in dein Auto gesetzt, hast den Wagen gestartet und bist zu mir gefahren? Warum hast du den Fehler gemacht, wenn du doch schon wusstest, dass es ein Fehler war, da du angeblich ja schon fast von Anfang an wusstest, dass es mit uns falsch war?“

Carola gab darauf keine Antwort. Schweigen. Absolutes, totales Schweigen. Carola schwieg diese Frage einfach aus.

Ich musste also weiter machen.

Wieso bist du gekommen? Wieso hast du gesagt, dass du mich liebst, und ich unbedingt an meinem Ziel, nach Hannover zu ziehen, festhalten soll? Warum hast du mir gegenüber behauptet, ich wäre das Beste, was dir je passiert wäre, wenn du wusstest, dass das nicht stimmt?“

Das, was ich während unserer Beziehung gesagt habe, spielt doch gar keine Rolle. Das hat überhaupt keine Bedeutung. Das Einzige was zählt ist, dass ich nicht mit dir zusammen sein will."

Aber warum bist du aus Hannover losgefahren, wenn du wusstest, dass das ein Fehler war, und du wusstest, dass du mir mit deiner Show meine Zukunft in Schweden versaut?“

Ich sagte doch schon, es hat überhaupt keine Bedeutung, was ich während unserer Beziehung gesagt habe.“

Ich war baff. Wirklich baff. Ich sprach gegen eine Wand. Das war nicht zu begreifen, was da von ihr als Antworten kam. Sie hatte noch am letzten gemeinsamen Wochenende in Hannover gedrängelt, dass ich nicht nach Schweden, sondern nach Hannover ziehen soll. Und nun erzählte sie, dass das, was sie damals gesagt hat, überhaupt keine Bedeutung hatte. Es war für Carola völlig belanglos, dass sie noch am letzten gemeinsamen Wochenende, bei der Vorstellung, ich könnte doch noch nach Schweden vermittelt werden, in Panik geraten war, und sie total selig gewesen war, nachdem ich ihr hoch und heilig versprochen hatte, dass das auf keinen Fall passieren wird.

Ich war völlig fertig. Es kamen nur patzige Antworten von ihr. Nur Gekeife und Gespucke. Wie konnte die Frau nur? Ich war regelrecht erschlagen. Auch wenn ich kein Bildtelefon benutzte, konnte ich regelrecht die eiskalte Maske sehen, die sie sicher wieder aufgesetzt hatte, und die ich ja schon ausgiebig hatte genießen können.

Und wieso hast du selbst zugegeben, dass sich Susanne gewundert hat, dass du bei mir, nicht wie sonst immer, eben nicht schon in der zweiten oder dritten Nacht aus dem Bett geflohen bist? Ich also anscheinend etwas ganz Besonderes für dich gewesen bin.“

Das stimmt doch gar nicht.“

Willst du behaupten, das hättest du nicht zu mir gesagt?“

Doch das habe ich, aber das war gelogen.“

Gelogen?“

Ja gelogen. Ich sagte doch schon, dass das was ich während unserer Beziehung gesagt habe, keine Bedeutung hatte. Ich wollte dir nur schmeicheln.“

Das soll ich dir glauben?“

Ob du mir das glaubst, spielt keine Rolle.“

Und deine Umklammerung auf dem Ratzeburger Bahnhof, deine Tränen bei mir auf dem Sofa und auch in deiner Küche, waren auch ohne Bedeutung. Also vorgespielt?“

Stille. Es kam keine Antwort von Carola. Da fehlte ihr wohl wieder die Antwort. Carola schwieg einfach. Ich dagegen konnte nicht schweigen. Ich war inzwischen viel zu geladen, um zu versuchen vernünftig zu sein. Ich machte mit meinen Anschuldigungen weiter. Auch wenn das nicht gerade vernünftig war, sprudelte es einfach nur so aus mir heraus.

Und was war mit deinem Spruch, als du bei meiner Schwester auftauchtest, und mit mir verliebt auf dem Rasen lagst, dass du noch mit mir viele kuschelige und schmusige Fernsehabende, in Hannover, auf dem Sofa verbringen wolltest?“

Das ist doch totaler Quatsch. Woher sollte ich wissen, dass wir das gleiche Fernsehprogramm mögen.“

Was von Carola als Antworten kam, das war ein einziges großes, pampiges Herumgezicke von der allerschlimmsten Sorte. Ein arrogantes, überhebliches ja menschenverachtendes Herumgezicke. Egal was ich sagte, es gab von Carla nur pampiges Kontra. Als ob es ihr während der ganzen Zeit unserer Beziehung klar gewesen war, dass alles nur ein kurzzeitiges Spiel für sie ist, all das, was sie mir vorgeschwärmt hatte, gar keine Bedeutung gehabt hat. Also alles nur gelogen war, um mir anscheinend zu schmeicheln, mich bei Laune zu halten, und es ihr völlig egal gewesen war, dass ich wegen ihr meine ganzen Lebensziele geändert hatte. Und ihr Ton klang, als ob sie sich absolut im Recht fühlte, ihr so ein Verhalten zustehen würde, so ein Verhalten doch total normal wäre. Und es für sie unbegreiflich war, dass ich mich darüber aufrege und Probleme damit habe.

Was wollte ich eigentlich von ihr?! Es hatte doch alles gar keine Bedeutung gehabt.

Dass ich für diese ganzen Bedeutungslosigkeiten Schweden aufgegeben, und für die Zukunft wohl auch verloren hatte, war anscheinend für Carola genauso bedeutungslos, wie angeblich unsere ganze Beziehung es gewesen war. Carola schien das ja noch richtig cool zu finden, dass ich vor einem großen Trümmerhaufen stand. Ist doch völlig bedeutungslos, dass das mit Schweden jetzt in die Hose gegangen ist. Eigentlich sogar doch ganz lustig. Oder etwa nicht. Na ja. Carola hatte sich ja schon bei meiner Schwester darüber beschwert gehabt, dass mir anscheinend der nötige Humor fehlt. Ich hatte ja schon den „vögelnden Waschbrettbauch“ nicht komisch gefunden.

Womit na klar auch ihr Verhalten Michael gegenüber, wegen seiner Kritik, Sinn machte.

Aber was war auf dem Ratzeburger Bahnhof gewesen? Carola schien das bewusst auszublenden. Sie gab zumindest auf meine Frage dazu keine Antwort und weigerte sich in irgendeiner Art und Weise auf ihre Umklammerung, die sie wie eine Ertrinkende ausgeführt hatte, einzugehen. Genauso ihren innerlichen Zusammenbruch bei mir auf dem Sofa und bei ihr in der Küche.

Carola spielte bewusst die Hochnäsige, überheblich Genervte, verhöhnte mich wegen meiner Leichtgläubigkeit. Sollte das eine Aussprache sein?

Das Herumgezicke ging weiter, aber irgendwann setzte das Gespräch Carola doch sichtlich zu. Die steinerne Maske fing an zu bröckeln.

Ich habe Schluss gemacht, weil ich das Gefühl hatte, dass du bei mir nicht glücklich warst.“

Das hatte nicht mehr ganz so kalt geklungen. Auch wenn damit mal wieder ein neuer, bis jetzt ungekannter Grund aufs Tablett kam.

Ich war mit dir doch aber glücklich.“

Carolas kurze Antwort darauf: „Dann habe ich das eben nicht gemerkt. Nun ist es zu spät.“

Das musst du doch gemerkt haben. Dass ich glücklich mit dir war, habe ich dir nun wirklich oft gezeigt. Wie oft hast du gezweifelt, dass du die richtige Frau für mich wärst, und wie oft habe ich dich in die Arme genommen und dir gesagt, du bist die Richtige und Einzige.“

Das ist jetzt auch egal. Ich werde nie wieder eine enge Beziehung haben. Wenn es selbst mit dir nicht geklappt hat, klappt es auch mit keinem anderen.“

Das Letzte von ihr klang jetzt aber richtig weinerlich. Ich sah regelrecht, wie die steinerne Maske von Carola verschwunden war. Bei dem Spruch, dass sie nie wieder eine enge Beziehung haben würde, da es ja selbst mit mir nicht geklappt hat, und es somit auszuschließen sei, dass es überhaupt mit jemandem klappen würde, klang es wirklich so, als ob sie am Heulen war. Aber bevor ich da einhaken und nachsetzen konnte, machte es richtig klick. Es war regelrecht zu spüren, die Schwächeperiode war wieder vorbei. Carola hatte sich, genau so wie damals nach der kurzen Schwächeperiode auf dem Ratzeburger Bahnhof, erneut unter Kontrolle. Die steinerne Maske war wieder aufgesetzt.

Überhaupt, was soll das Gejammer. Benimm dich gefälligst wie ein Erwachsener. Stell dich nicht so an. Du weißt doch, nach sechs Monaten ist der Schmerz vorbei. Das Leben geht auch so weiter. Auch für dich und das auch ohne mich.“

Dann war plötzlich das Gespräch beendet. Carola hatte nicht direkt einfach aufgelegt, wir hatten uns sogar richtig gegenseitig verabschiedet, aber das ging alles so plötzlich und kurz vonstatten, dass ich gar nicht richtig wusste, wie mir geschah. Selbst das mit den fünfzig Euro, eigentlich noch die kleinste Differenz zwischen uns, und somit wohl am leichtesten zu klären, war nicht mehr zur Sprache gekommen.

Und was soll das: „Nun ist es zu spät.“ Das klang so wie: „Nun habe ich eben den Bus verpasst, und daher kann ich nicht mehr kommen.“

Und wie passte das alles zusammen, was sie da von sich gegeben hat? Einerseits schien sie erleichtert zu sein, dass es mit mir vorbei ist, sie mich endlich vertrieben hat. Anderseits hatte sie selbst das Gefühl, dass ich etwas ganz besonderes bin, etwas, was sie nicht glaubte woanders noch einmal bekommen zu können, geschweige sogar etwas Besseres zu kriegen. Sie also etwas verloren, bzw. selbst weggeschmissen hat, von dem sie selbst glaubt, so etwas nicht wieder zu bekommen. So etwas schmerzt doch, oder zumindest würde es einem normalen Menschen schmerzen. Und dann spielte sie den anderen gegenüber die Glückliche, die bei dem Wochenende mit Freunden so wahnsinnig viel gelacht hat, so lustig und fröhlich war, wie lange nicht mehr, bzw. behauptete das zumindest mir gegenüber.

Und wieso hatte sie angeblich Schluss gemacht, weil sie dachte, ich wäre nicht glücklich bei ihr, und es nun für eine Korrektur zu spät wäre, wenn sie doch sowieso von Anfang an wusste, dass es mit uns falsch gewesen, ich nicht der Richtige war?

Und überhaupt: „Wenn es selbst mit dir nicht……..“, war doch schon ein ziemlich großes Kompliment meiner Person betreffend. Immerhin schien sie selbst nicht zu glauben, noch einmal etwas Gleichwertiges oder gar Besseres zu finden. Wie passte das dann aber zu ihren Beschuldigungen und Beschimpfungen über meine Person, die sie meiner Schwester gegenüber, z.B. dass ich Fehler hätte, die sie nicht tolerieren könnte, von sich gegeben hatte? Das war doch wirklich alles nicht zu verstehen.

Es dauerte eine Zeit, bis ich überhaupt richtig begriff, dass sie mich irgendwie einfach abgewürgt hatte, und was da überhaupt passiert war. Das waren wieder nur Ausflüchte und Lügen gewesen. Sie hatte irgendetwas von sich gegeben, um die Wahrheit, wie diese auch immer aussehen mochte, nicht von sich geben zu müssen. Und sie hatte sich dabei abermals total in Widersprüche verstrickt.

Alles, aber auch wirklich alles passte nicht zusammen. Das Gespräch hätte sie sich auch sparen können. Es war von mir ein Irrtum gewesen, als ich dachte, sie wäre an einer Aussprache interessiert, weil sie sich daran erinnert hätte, was sie selbst, vor mehr als sechs Jahren erklärt hat, wie sie selbst behandelt werden möchte. Ich hatte gedacht, sie hätte eingesehen, dass auch ich das Recht habe, so behandelt zu werden, und sie somit die Pflicht, ehrlich, aufrichtig und fair mit mir umzugehen.

Aber ich hatte mich geirrt.

 



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Berthold Kogge